22 Juli 2007

Eisig coole Wasserfälle

Früh standen wir auf, wahrscheinlich zu früh, denn wir brauchten volle drei Runden um die Blöcke, bis wir endlich die Tankstelle fanden. Aber auch das schafften wir, und los ging die Reise in den Süden – durch die Atherton Tablelands.
Zwei Tourimärkte nahmen wir mit, gefrühstückt wurde an den ersten Wasserfällen unserer Reise, Mittag folgte an einer Tanke, inklusive Kokosnuss, und weiter ging die Route Richtung Millaa Millaa Falls.


Nachmittags erreichten wir endlich den spektakulären Wasserfall, unter welchem so viele Touristen baden gehen. Das konnten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen, und trotz Pieselregen und relativ kühlem Wasser hüpften wir alle in die eisigen Fluten. Das Unterwassergehäuse meiner Kamera wurde zum ersten Mal ausprobiert, es hält zwar dicht, aber die Fotos werden leider nicht so der Brecher.
Einige Franzosen wurden auf unsere Aktion aufmerksam, einer von ihnen traute sich später auch in das herrliche Wasserloch – mit Neoprenanzug. Tss…


Mit ihnen und zwei Deutschen kochten wir uns einen heißen Tee, eine Kanadierin erzählte mir von ihren Abenteuern aus dem Karijini Nationalpark und Tim, Laura und ich beschlossen, hier über Nacht zu bleiben.
Zuvor erkundeten wir noch geschwind die anderen Wasserfälle der Region und gesellten uns dann zu Julius und Sofia, den beiden Deutschen, zu einem romantischen Candlelightdinner. Später brannte ich ihnen einen Foto- und eine Musik-CD, Tim kroch ins Bett und wir übrigen vier tafelten einen köstlichen Mitternachtssnack mit Waffeln und Früchtekuchen, während wir große Pläne über ein morgiges Frühstücksbüffet am Wasserfall schmiedeten. Die Kerzen flackerten herunter, die Gähner häuften sich und irgendwie war irgendwann einfach Zeit fürs Bett…

21 Juli 2007

Cape Tribulation – Regenwald pur!

Früh stand ich auf, irgendwie war mir gerade danach zu Mute, die anderen zwei blieben noch liegen, und ich genoss ganz alleine die ruhige Flussidylle und das verschlafene Dörfchen in den Morgenstunden.


Als ich mich neben Woolly setzte, um ein paar Backpackermagazine zu studieren, gesellte sich Laura zu mir, wir richteten Frühstück und piesackten Tim aus dem Bett.


Gemeinsam fuhren wir einige Kilometer zurück in den Süden, um uns per Fähre in den Cape Tribulation Nationalpark übersetzen zu lassen. Die Straße wurde enger, der Regenwald noch dichter, aber das Wetter leider nicht so wirklich besser: Bewölkt, windig, eher kühl als heiß. Schade drum.
Dennoch schlenderten wir einige Strände entlang, fanden in den Büschen zwei Kokosnüsse und verkünstelten uns an deren Öffnung, doch dank Schweizer Taschenmesser und etwas roher Gewalt gelang uns dieses Kunststück. *stolz*


Die Milch wurde entweder direkt getrunken oder mit etwas Butterscotch und Wasser vermischt, und wir gönnten uns ein gar tropisches und nebenbei äußerst gesundes Mittagessen.


Einige walks durch tropischen Regenwalds später war es für uns Zeit zu gehen, die Tage bis zum Whitsunday-Abenteuer waren knapp bemessen. Am Abend erreichten wir wieder einmal Cairns, chillten uns wohl ein letztes Mal an die Lagune, kochten Nudeln, luden unsere elektronischen Begleiter und sahen plötzlich Chris vorbeimarschieren. Der lud uns gleich ein, mit ihm und einigen anderen Kollegen einen Tisch weiter abzufeiern, wir sagten gerne zu und fanden uns alsbald in einer lustigen, multikulturellen Runde wieder, mit der wir kurz vor 10pm Richtung Partybar zogen. Ich voll in meiner neuen Jeans, hochmotiviert, doch so übermäßig Stimmung kam nicht auf in dem Laden. Australien verlor das Finale des Asiencups, unsere Mädels schlichen sich in die VIP-Bar ein und so beschlossen Tim und ich, den Abend gediegen im McDonald’s zu beenden.
Als ob’s der Rest der Gang geahnt hätte, versammelten sich wirklich nach und nach fast alle Partygangster um uns herum. Ohne, dass wir uns groß abgesprochen hätten! Cairns ist halt doch ein Dorf.
Ein zweites Abendmahl und einige tausend Kilokalorien später schlenderten wir gemütlich zu Woolly zurück und parkten ihn ein letztes Mal neben jenem Hostel, was für uns schon so heimisch geworden war…

20 Juli 2007

Regenwald, wir kommen – mit neuer Kamera

Kathi weckte uns, nur, um uns mitzuteilen, dass sie und Chris nun ein anderes Hostel suchen würden.
Wir rockten runter zur Lagune, um uns gemütlich unser Müsli rein zu ziehen, hockten uns ins Internetcafé und sockten im Anschluss daran die Straße entlang, mit Kathi im Gepäck, auf dem Weg zur Polizeistation (man bemerke die geschickte Verbwahl!). Dort gab ich mein Märchen von der gestohlenen Kamera zu Protokoll, ließ mir von dem Beamten Mut machen, dass so was fast gar nie vorkomme in Cairns und verließ den Schuppen wieder.
Auf der Suche nach einer neuen Digicam ließ sich Tim sogar zum Glücksspiel am Automaten verleiten, da dort eine Kamera als Hauptpreis ausgehangen war, doch großzügigerweise verzichtete er nach einer erstklassigen Partie auf jeglichen Preis, zu Gunsten des Automatenbesitzers. Was ein altruistischer Kerl.


Auf dem Markt fanden wir viel Obst und einige Schmuckstücke, eine nette Kellnerin konnte mir endlich sämtliche Kamerahändler in Cairns aufzählen und, tatsächlich, der Nächstbeste verkaufte mir ein gutes Stück inklusive dicker Speicherkarte und Unterwassergehäuse für gediegene 400$. Den Hinweis, dass wohl einige Menschen an der Lagune „arbeiten“ und Fälle wie ich nichts Neues seien, gab’s gratis. Und den Tipp, dass ich die Kohle doch von der Versicherung wieder abzocken könnte, auch. Easy.
Darauf gab’s erst mal eine Portion Schoki und kurz darauf Mittagessen. Tim und ich hatten neue Flip-Flops gefunden, unsere Shoppingtour war beendet, Kathi latschte zurück ins Hostel und wir brachen auf in den Norden, auf der Suche nach Hitze, Sonne und dem tropischen Meer – gen Cape Tribulation.
An einer Tanke fanden wir endlich den ersehnten Benzinkanister, nachdem unser Alter Leck geschlagen war, pumpten unseren Tank bis an den Rand voll und ab ging die Fahrt. Port Douglas war der nächste Zwischenstopp, einmal zum heldenhaften Auswechseln des Fronstrahlers und andererseits, um uns dicke mit Schoki voll zu stopfen. Ich bin zu dick.


Durch imposanten Regenwald schlängelte sich der Highway, der irgendwann in einem kleinen Dörfchen namens Daintree Village endete. Man braucht exakt eine Minute, um einmal durch dieses Dörfchen hindurch zu fahren, hin und zurück. Und man braucht nicht einen einzigen Cent, um auf einer großen, grünen Wiese Woolly zu parken, sich auf die Matratze zu werfen und einzupennen.
Zuvor musste ich allerdings noch Shirley anrufen, die nette Dame, mit welcher ich vor acht Monaten die Whitsunday Islands besegelt habe, um mich nach derzeitigen Terminen und Plänen zu erkundigen. Sie meinte, in vier Tagen würden sie voraussichtlich wieder in See stechen, wir sollten uns am Abend vorher noch einmal melden.
Tja, dann war’s wohl nichts mit unserem Plan, uns an einem einsamen Strand einige Tage lang komplett auf die faule Haut zu legen, aber diesen Segeltrip können wir einfach nicht missen. Das wäre unaustralisch.

19 Juli 2007

Nur noch drei

Irgendwer zwang mich zum Aufstehen, aufwachen tat ich unter der Dusche, dann wurde gefrühstückt und der PC wieder hochgefahren: Der Jürgen wollte gaaanz viele Fotos auf DVD gebrannt haben, um daheim auch gebührend posen zu können.


Anschließend packten wir unsere Siebensachen von den Wäscheleinen zusammen, wobei Laura bei meinen Klamotten schon einwandfreie Vorarbeit geleistet hatte. Danach alles rein in den Woolly, und ab die Post zum Flughafen. Wir drückten den Jürgen, unterdrückten die Tränen und verdrückten uns. Da waren wir nur noch drei…
Zu dritt im Woolly fuhren wir also nun vollkommen legal zum Shoppingcenter, stockten unsere Vorräte wieder auf und verloren uns anschließend in einem Riesengebäude voll lustiger Läden, kauften Postkarten, inspizierten Benzinkanister und ich legte mir meine allererste, selbst bezahlte Jeans zu! Dass der Tag noch kommt, das wagte Tim bereits zu bezweifeln.
Plötzlich war der Tag vorbei, wir griffen noch schnell eine Packung Würstchen aus der Kühltheke ab und spazierten zum BBQ. Von Deutschen und Schweizern umringt brutzelten wir unser Abendmahl, bis aus der Dunkelheit auf einmal noch Kathi und Chris hervortraten. Kathi kannten wir aus dem Karijini Nationalpark, hatten sie in Darwin wieder getroffen und nun stand sie am BBQ, Chris war ihr neuer Reisekollege, auch ein Deutscher. Wer hätte damit gerechnet?


Wir setzten uns auf ein Steinmäuerchen, schauten auf's Meer hinaus und laberten. Irgendwann wurde es kalt, Tim und ich sammelten unsere Utensilien vom BBQ zusammen und trugen sie zum Van, als ich bemerkte, dass meine Kamera nicht mehr an Ort und Stelle war. Jedenfalls konnte ich sie nicht in jenem Fach des Rucksacks finden, in welchem ich sie meiner Meinung nach zurück gelassen hatte.
Sofort wurde ein improvisierter Suchtrupp zusammengestellt und das Gelände systematisch abgegrast, jedoch blieb die Kamera verschollen. Auch eine genauere Inspektion unseres Fortbewegungsmittels brachte keinerlei neue Erkenntnisse mit sich. Schade eigentlich.
Minimal frustriert ging’s zurück zum Hostel, Laura ging mit den anderen zwei beiden noch feiern, während Tim und ich uns auf's Ohr hauten.

18 Juli 2007

Ein fauler Tag mit Ende nach Maß

Gefrühstückt wurde bei Jürgen auf dem Zimmer, seltsamerweise hatten alle anderen sieben Mitbewohner des Morgens das Hostel verlassen, und so breiteten wir uns gemütlich über vier Betten aus.
Da Jürgens letzter, voller Tag mit uns angebrochen war, wurde es Zeit, den Van komplett umzukrempeln, damit er bloß nichts von seinem Hab und Gut zurück lasse. Riesenberge von Wäsche türmten sich auf, die erst mal in den benachbarten Waschsalon getragen werden mussten. Nebenher durchsuchten wir sämtliche Milchkisten nach unbrauchbaren Gegenständen, bauten einen ansehnlichen Müllberg auf und Jürgen räumte ein letztes Mal den geliebten Woolly wieder ein. Hat er fein gemacht, unser Pornostar, oder nicht? *g*


Die ganze Wäsche kam hoch ins Zimmer, wir richteten uns häuslich ein und ich bloggte munter drauflos, während Jürgen und Laura nach Postkarten suchten und Tim sich eine australische SIM-Karte besorgte. Fortan klingelte mein Handy unaufhörlich, um mir hochinteressante News wie: „I am hungry“, „Ich komme“ oder „Dreh dich um“ zu übermitteln. Tja, 1c pro SMS ist halt doch ziemlich günstig, nicht?
Als sich alle wieder im Zimmerchen zusammen fanden, begann eine große Postkartenschreibrunde. Ferner gestalteten wir einen Flyer zur Anpreisung unseres himmlischen Woollys, den Jürgen und Tobi in Sydney aufhängen sollten.
Endlich raus aus dem Zimmer, ab in die Stadt, ein wenig shoppen, an der Lagune abhängen, und schon war der Tag fast vorbei. Wir knatterten zum Bottleshop und zu Domino’s Pizzaladen, brachten unsere Einkäufe auf's Zimmer und starteten eine fröhliche Fressorgie. Voll gepumpt bis zur Oberkante der Unterlippe lagen wir hernach halblebig auf dem Teppichboden herum, Pizzakartons überall, halbleere Bierflaschen und natürlich noch die Wäscheberge, welche an quer durch’s Zimmer gespannten Leinen hingen. Unsere neuen Zimmerkollegen staunten nicht schlecht.


Tim verzog sich alsbald in den Van, der Laura waren Jürgens und meine Partyspielideen wohl etwas zu männlich, was auch sie nicht gar zu lange später zum Auto hinzog. Jürgen und ich schwelgten ein wenig in Erinnerungen, als plötzlich zwei flotte Girls aus London das Zimmer betraten. Mei, da waren wir plötzlich wieder auf Hochtouren, luden sie auf einen Wein ein und alberten mit ihnen herum, bis es ihnen gar zu bunt wurde und sie sich ins Bett legten. Wir natürlich unverdrossen hinterher, und so ward es doch kein reiner Männerabend, wie wir es gedacht hatten. Oh well, irgendwann wurden wir aber von der Matratze geschmissen und rollten uns auf's eigene Bettlaken, also ich halt auf irgendeines der Freien. Nacht.