05 Juni 2008

Dem Animatör ist nichts zu schwör

Drei Wochen sind bereits verflogen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich fühle mich immer weniger als ein Newcomer, obwohl es noch einiges zu lernen gibt. Wenn ich bedenke, dass ich planmäßig nun erst seit einer Woche hier sein würde… da hätte ich dann doch eine ganze Menge nicht erlebt.


Das Leben als Animateur ist schon Luxus. Arbeit ist das, was man gerne macht, beachen, mit Leuten babbeln, am Strand rumspringen oder auf der Bühne stehen. Die Tage sind lang, heiß, und bisweilen auch anstrengend, aber das ist nicht weiter tragisch – wusste ich ja im Voraus.


Letzte Woche feierte Maren, unsere Zielgebietsleiterin, Geburtstag, und so trafen sich mehrere Animationsteams aus diversen Anlagen in der Umgebung zu einer lustigen Party. Superfetzig, einige altbekannte Gesichter aus Olsberg wieder zu sehen! Nach der Party ging’s an den Strand, und der darauf folgende freie Tag wurde überwiegend verpennt. Dennoch ließ ich es mir nicht nehmen, wenigstens zwei Stunden in Hurghada shoppen zu gehen – Flip-Flops, Sonnenbrille, Vorratspackung Sonnencreme & zwei neue Ketten mussten her.
Die Sonnenbrille war auch eine klasse Investition, da am nächsten Tag der Raumpfleger mit sehr schlechtem Gewissen hervordruckste, er habe meine Alte auf dem Boden zerdeppert. Seit ich ihm da erklärt habe, das sei alles halb so schlimm (war original Thailand, ca 2$), ist mein Zimmer immer doppelt so sauber… ;-)


Apropos „mein“ Zimmer: Seit letzter Woche bin ich auch nicht mehr alleine. Nemo ist eingezogen. Nein, ich habe mir kein Aquarium zugelegt, sondern einen Zimmerkollegen. Der ist 33 und kommt aus Syrien – und hat mich (vorerst) mal vor dem Kinderclub gerettet – der soll nämlich um einiges stressiger sein als Volley- und Wasserball! Außerdem fänd ich’s voll schade, wenn nicht mehr aus so vielen Ecken ein russisch angehauchtes „Krriiizzz“ dröhnen würde: Alles meine Kumpels, die wissen wollen, wann der Ball wieder fliegt. Sind überwiegend wirklich alle voll cool – so cool, dass ich inzwischen begonnen habe, in meiner Freizeit mit ihnen zu spielen. :-)


So wie Sonntag: Morgens stand Volleyball auf dem Programm, dann ging’s in den Pool zum Wasserball, und auf dem „Heimweg“ konnte ich einfach nicht Nein sagen, als mir von zwei Seiten halb die Schulter zertrümmert wurde, sozusagen als Freundschaftsbeweis und als Aufforderung, doch noch mal in den Sand zu hechten… kräftig sind sie schon, die Guten… *g*


Unser Team hier ist ständig am Wechseln, zwei Ägypter sind wieder fort, dafür kam ein neuer hinzu, und dazu noch ein Tunesier, der unseren DJ ablösen soll. Somit sind also drei Kerls fort, und Nemo und ich kriegen fleißig Sondertanzstunden, damit die Shows auch alle weiterlaufen können…


Inzwischen darf ich auch schon alleine Kinderdiscos veranstalten, mit den Kids essen gehen, oder als Beduine verkleidet mit irgendwelchen Gästen quatschen.


Zu tun gibt es immer was – und was es auch sei: 1-2-Fly, ich bin dabei!

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