12 März 2007

Mein Freund, der Baum

Bei Tageslicht sah der Ort hingegen wunderschön aus, der blaue Himmel und das gleißende Sonnenlicht gaben ein gar anmutiges Bild ab, als sie sich im Wasser des Flusses widerspiegelten.
Die BBQs funktionierten diesmal, und ein paar Toasts später reisten wir zurück zum Tree Top Walk, um als drei der ersten heutigen Besucher in waghalsige Höhen hinauf zu klimmen. Die Rentner, die außer uns noch dort oben herumeierten, fanden es wohl nicht so lustig, als wir ausprobierten, wer zuerst seekrank wird und das Stahlgerüst kräftig zum Schwanken brachten, aber man kann’s ja nicht jedem Recht machen… *fies, oder?*


Der bodenständig angelegte Ancient Empire Walk brachte uns in den Genuss riesiger Bäume, die einen Umfang von bis zu 20m erreichen können. Und das Tollste war, dadurch, dass diese Bäume über die Jahre von Feuer, Pilzen und Insekten gefuttert worden waren, waren ihre Stämme ausgehöhlt und gigantisch anzusehen. Schon irre, wenn man unter so einem Bäumchen sogar sein Auto parken kann!


Da wir den Tag also schon den Bäumen verschrieben hatten, führte uns der weitere Weg zum Diamond Tree. 52m hoch ragt dieser Baum weit über alle seine Kollegen hinaus, und obendrauf steht ein kleines Häuschen. Früher benutzte man solche Baumgiganten, um Buschfeuer zu entdecken und zu orten. Heute sind sie eine Touriattraktion, und obendrein auch noch eine kostenlose… Alles, was man braucht, ist eine ganze Menge Mut, und im besten Falle hat man auch noch geeignetes Schuhwerk an den Füßen. Der Mut war nicht das Problem, das Schuhwerk schon eher: Die Mädchen versuchten es mit Flip-Flops, ich beachtete das Warnschild am Boden und tat es… barfuß. Raffiniert.


Ungefähr einen Meter lang sind die Metallstäbe, die in den Baum hinein gehämmert wurden, ungefähr 40cm ist der Eine über dem Anderen, und je weiter man nach oben kommt, desto horizontaler wird ihre Anordnung. Hammerhart. Der Mut verließ uns zwar nicht, und so erreichten wir alle glücklich die obere Plattform, aber wir hatten alle gut Mores, das kann man schon sagen! Das etwas ältere Pärchen, welches es nach uns versuchte, gab auf halbem Wege auf…
Der Blick von oben war mehr oder weniger öde, eigentlich eher mehr, außer Bäumen konnte man nicht viel vom Wald entdeckten. Warum baut man denn dahin bitte eine Aussichtsplattform??? *g*
Der Weg nach unten war noch mal etwas schwieriger, obwohl uns die Schwerkraft natürlich nach bestem Vermögen zu unterstützen suchte, und meinte Füße schmerzten bei jedem Tritt mehr. Doofer Christian.


Auf dem Boden der Tatsachen gönnten wir uns erst mal wieder das traditionelle Salatbrot, bestiegen unser rollendes Haus und machten uns auf den Weg an die Westküste. Ein bisschen Shopping und viele, viele Kilometer später waren wir zwar noch nicht an der Westküste, dafür im ersten Ort seit Überschreitung der westaustralischen Grenze, in dem wir wieder kostenloses Internet fanden! Zwar nur zweimal eine halbe Stunde, welche sich die Mädchen teilten, aber mal besser als gar nichts. Ich durfte während dessen wieder meinen Laptop aufladen und ein paar Texte tippen.


Nachdem ihr also alle wieder auf dem neuesten Stand ward, setzten wir uns wieder in den Woolly und rauschten nach Cape Leeuwin, der Ort, an dem der indische Ozean auf jenen des Südens trifft, und ein Leuchtturm die Schiffe vor dem auf-Riff-laufen warnt. Weniger Meter daneben stand auch noch die angeblich meistfotografierte Attraktion Westaustraliens, ein versteinertes Wasserrad. Habe ich noch nie auf irgendwelchen Fotos gesehen, aber nun, man glaubt nun mal dem Zeuch, was Reiseführer so von sich geben.


In Augusta fanden wir schließlich einen netten Parkplatz zum Übernachten, direkt am Meer, mit BBQ, Klos und Duschen, und als highlight war sogar unser Skattisch noch erleuchtet. Sonst noch Wünsche?

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